Sabine Petzold

Shownotes

In dieser sehr persönlichen Podcast-Folge spricht Carolin Anne Schiebel mit Sabine Petzold der REWE Group über Lebenswege, die nicht immer leicht waren – und genau deshalb so viel Kraft in sich tragen.

Sabine teilt offen ihre Geschichte: von einer herausfordernden Kindheit, dem frühen Mut, von zu Hause auszubrechen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, über das Alleinerziehen ihrer Tochter bis hin zu ihrem heutigen Engagement für mehr Inklusion und Menschlichkeit im Arbeitsleben. Es geht um Erfahrungen, die oft im Verborgenen bleiben – um Gewalt, Rückschläge und das lange Gefühl, nicht gesehen zu werden.
Was heißt es eigentlich, sichtbar zu sein, wenn man sich über Jahre unsichtbar gefühlt hat? Wie findet man den Mut, den eigenen Weg zu gehen – und dabei anderen Hoffnung zu schenken? Sabine spricht ehrlich darüber, was sie geprägt hat, was sie stark gemacht hat und warum Vertrauen – in sich selbst und in andere – so essenziell ist.

Diese Folge ist berührend, ehrlich und ermutigend. Sie zeigt, wie viel Verbindung entsteht, wenn wir den Mut haben, unsere Geschichte zu erzählen – und wie wir als Gesellschaft genau daran wachsen können.
🎧 Ein inspirierender Podcast für alle, die sich für persönliche Entwicklung, richtig viel Mut und gelebte Inklusion interessieren – und für alle, die spüren: Unsere Geschichten dürfen gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:13: Und ich habe zum Beispiel nie mit die anderen spielen dürfen, ja.

00:00:17: Mit den Kindern und ich hab dann immer von unserem Balkon und ich muss sagen wir haben im zwölften Stock gelebt.

00:00:24: Ich würde das heute nicht mehr machen, dass ich mich so über dem Balkon rüber lasse und schon halb unten hänge als wie oben und habe immer geschaut was meine Freundinnen machen.

00:00:35: Die haben Buchen gespielt am Spielplatz aber ich durfte das nicht!

00:00:39: Meine Mutter hat mir das immer verboten.

00:00:42: Ich hab schon teilweise raus dürfen, aber nicht immer.

00:00:45: Und ich habe mir da irgendeiner Leid gesehen und ich glaube ab dem Zeitpunkt im Volksschulalter mag es mit acht Jahren gewesen sein, habe ich realisiert, bei mir rent einiges anders.

00:01:05: Herzlich willkommen zu Let's Get Visible!

00:01:08: Dein Podcast der dich mit Mut und Inspiration auf deinem Weg in die Sichtbarkeit unterstützt.

00:01:14: Hier ist deine Gastgeberin.

00:01:15: Caroline Anne Schiebe.

00:01:20: Unsere heutige Sichtbarkeitsheldin arbeitet seit fast drei Jahren im Bereich People and Culture der REWE Group und verantwortet dort das Regionale Recruiting in Oberösterreich.

00:01:30: Die Mutter einer dreihundzwanzigjährigen Tochter nimmt uns nicht nur mit auf ihren persönlichen Karriereweg, und erzählt wie sie ein Inklusionsprogramm für den Arbeitsplatz aufgebaut hat – Sie spricht auch offen über ihre schwere Kindheit und darüber, wie sie trotz herausfordernder Startbedingungen es geschafft hat, ihren eigenen Weg zu gehen!

00:01:49: Im Gespräch zeigt sie, wie sie Verantwortung übernimmt und Haltung liebt.

00:01:53: Dieser Haltung prägt ihr berufliches und ihr persönliches Leben deutlich!

00:01:58: Freu dich auf ein ehrliches, nahbares und tief berührendes Gespräch mit Sabine Petzholt.

00:02:06: Ja, danke schön.

00:02:07: Herzlich willkommen!

00:02:09: Schön dass du dir Zeit genommen hast.

00:02:10: wir haben ja auch wieder ewig gebraucht das wir hier zusammen finden.

00:02:13: aber wie heißt was lange?

00:02:16: Was lange wert wird endlich gut sein?

00:02:19: Ja

00:02:20: ganz genau!

00:02:21: Sabine ich habe es gerade in der Einführung schon gesagt du bist Mama einer dreijahrigen Tochter.

00:02:28: Du bist drei Jahre schon bei REWE beschäftigt als People and Culture Wie sagt man deiner Managerin?

00:02:35: Senior-Spezialist Regrutting.

00:02:37: Okay,

00:02:37: sehr cool!

00:02:39: Und du bist da sehr umtriebig und heute würde ich mit dir gerne über deinen Karriereweg sprechen und dann natürlich über unser großes Thema Sichtbarkeit.

00:02:49: Wo wär's denn für unsere Publikum spannend bei dir einzusteigen?

00:02:52: Vielleicht in der Kindheit?

00:02:55: Ja auf alle Fälle weil ich glaube das war jetzt nicht ganz so wie sich es viele vorstellen.

00:02:59: ja und ich glaub dass wäre ein guter Punkt dort einzustegen.

00:03:03: Ja, erzähl mal.

00:03:05: Ich muss sagen ich bin nicht so wohlbehütet aufgewachsen wie einige von uns.

00:03:10: ja also ich habe jetzt nicht diese perfekte Familie gehabt.

00:03:13: nach außen war ein bisschen eine Nachzügler.

00:03:16: also ich war ein Nachzügler.

00:03:17: nach zwölf Jahren unter vier Brüdern bin ich noch nachgekommen.

00:03:22: meine Mutter wollte mich nicht und noch dazu ist es dann ein Mädchen gewesen unter den Vierbrüdern.

00:03:31: Das war schon zum Scheitern verurteilt.

00:03:33: Sie wollte mich, wie gesagt nicht ... Ich hab dann ein Leben lang gehört, dass sie mich nicht wollte und einfach so ausdrücke, ich wollt dich in die Trauen werfen

00:03:44: z.B.,

00:03:45: ja?

00:03:46: Und das waren für mich immer total prägende, und das hat sie nicht einmal gesagt, sondern immer wieder!

00:03:54: Und das hat sich bei mir schon sehr, sehr eingeprägt.

00:03:58: In meinem Kopf auch jetzt noch in meinen Alter weiß ich dass es nicht so leicht war für mich.

00:04:04: Da hast du viel zum Aufarbeiten und so.

00:04:06: Genau,

00:04:06: ja richtig genau.

00:04:08: Ja aber umso... Da

00:04:08: kam ich mir jetzt sogar noch die drinnen.

00:04:10: Ich beobachte

00:04:11: die Emotionen.

00:04:12: Und da muss ich gleich sagen, da darfst du aber jetzt extrem stolz sein wo du heute stehst und wie du da stehst.

00:04:20: Und

00:04:20: macht

00:04:20: sicher auch und danke dass du diese Geschichte teilst weil das macht für alle in der draußen Mut dies vielleicht nicht immer schön gehabt haben im Leben.

00:04:27: Und ich

00:04:27: glaube das ist auch wichtig diese Seite zu zeigen denn nix ist immer Rosig, toll.

00:04:34: Und ich glaube es ist wichtig dass man seinen Weg geht.

00:04:37: Also war man natürlich nicht so bewusst als Jugendlicher.

00:04:41: Da hast du immer gedacht okay die anderen haben so ein cooles Umfeld Familie.

00:04:46: Haben Familienfeste und was für sich alles.

00:04:48: das habe ich nie gehabt.

00:04:49: ja also und deshalb

00:04:52: Darf ich fragen, mit welchem Alter hast du realisiert dass andere es vermeintlich schöner haben?

00:04:57: Puh!

00:04:57: Ich glaube das war schon sehr sehr früh also im Volksschulalter weil ich bin da zumal aufgewachsen in einem Hochhaus ja in Wels und ich habe zum Beispiel nie mit die anderen spielen dürfen.

00:05:11: mit den Kindern.

00:05:13: Und ich hab dann immer von unserem Balkon, und ich muss sagen wir haben im zwölften Stock gelebt, ja?

00:05:18: Ich würde das heute nicht mehr machen, dass ich mich so über dem Balkon rüber lasse und schon halb unten hänge als wie oben.

00:05:26: Und habe immer geschaut was meine Freundinnen machen.

00:05:28: also die haben Puten gespielt unten am Spielplatz aber ich durfte das nicht!

00:05:33: Meine Mutter hat mir das immer verboten.

00:05:36: Ich hab schon teilweise raus dürfen, aber nicht immer.

00:05:39: Und ich hab mir da immer irrsinnig leid gesehen und glaub ab dem Zeitpunkt im Volksschulalter mag es mit acht Jahren gewesen sein, habe ich realisiert, bei mir rennt einiges anders als wir wieder in anderen Mädchen.

00:05:51: Wenn's am nächsten Tag erzählt haben in der Schule, gestern haben wir das gemacht, die Puppe ist jetzt gerade aktuell ... Dann hab ich gewusst okay, da läuft's falsch bei uns.

00:06:01: Hast du da versucht damals schon die irgendwie Hilfe zu suchen?

00:06:04: Lehrerinnen, Verwandte vielleicht.

00:06:07: Verwandt hatte ich weniger also was ein Rückhalt war in meiner Zeit waren meine Brüder ja sie haben sich immer für mich eingesetzt ja was halt gegangen ist also was halt möglich war ja Lehrerinnen eher weniger weil das war halt früher so ja fast schon.

00:06:23: Du erzählst

00:06:24: irgendwas ja weiß man nicht ob der stimmt oder so.

00:06:26: ja

00:06:27: also

00:06:27: dass hat dich nicht aber eher meine Bruder die wir es dann noch mal eingelenkt haben, aber natürlich nicht immer möglich war.

00:06:34: Was

00:06:34: für Strategie hast du im Leben entwickelt?

00:06:37: Um das zu überleben wenn ich das jetzt so klar sagen darf?

00:06:40: Ja also meine Strategie war dass ich gesagt habe irgendwie Muster schaffen ja sei stark ja irgendwie kommen bessere Zeiten und irgendwie hab ich's so durchbracht.

00:06:51: Also ich habe mir dann irgendwo mein Zimmer lieb eingerichtet mit Postern was ich halt zur Verfügung hatte Und das war halt so.

00:07:00: da meine Welt, ja.

00:07:03: Kannst du dir ... Ich überleg mir jetzt was ist in deiner Mama vorgegangen?

00:07:06: Ja, das weiß man nicht.

00:07:07: Du hast dich damit mal bestellt.

00:07:09: Also ich

00:07:09: sage immer, ich könnte über meine Kindheit oder mein späteres Leben sicher ein Buch schreiben, was ein Bestseller wird.

00:07:17: Weil einfach so viel war, was man eigentlich gar nicht glaubt, dass es möglich ist.

00:07:23: Ich bin ja eh wieder gesagt, dass selbst Mama ... und mir wird nie einfallen, Kleinsten Sinn, meinen Kind sowas antun würde.

00:07:32: Also nein gar nicht.

00:07:38: Es ist wirklich erschreckend.

00:07:41: Ich frage mich immer wie können Menschen so sein und wie können die Menschen zu ihrem eigenen Fleisch und Blut so sein?

00:07:47: Und ich versuche mir das dann immer zu erklären denke man wahrscheinlich haben die selber so viel Scheiße erlebt dass sie nicht anders konnten.

00:07:53: es ist keine Entschuldigung aber es ist vielleicht eine Erklärung Die vielleicht ein bisschen besänftigen, dass man sagt die war so in sich gefangen.

00:08:02: Lebt die?

00:08:03: Nein.

00:08:04: Aber die war vielleicht so in Sicht gefangen das gar nicht raus konnte.

00:08:08: Man weiß es nicht.

00:08:09: ja also jetzt dann desto älter man wird ja desto mehr dass man Sachen realisiert Ja mag so sein wie du jetzt sagst ja aber für mich war's natürlich die Hölle.

00:08:20: ich bin dann mit fünfzehn Jahren zu Hause ausgezogen was auch überhaupt nicht klassisch ist.

00:08:25: Ich bin dazu mal zu meinen ersten Freund gezogen in meiner Lehre, muss ich auch dazusagen.

00:08:31: Hatte natürlich beim Weiß was man früher verdient hat als Lehrling eigentlich gar nichts.

00:08:37: Also gar nix!

00:08:38: Wir haben da ganz eine kleine Wohnung gehabt und ich habe eigentlich schon im zahlten Alter von fünfzehn Jahren meine Lehre gemacht oder sechzehn an Haushalt gemacht, ja?

00:08:48: An ersten Freund gehabt also...

00:08:51: Da hast du aber sehr früh gelernt, für dich selber zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen.

00:08:56: Und das hat sich sicher stark

00:08:57: gemacht!

00:08:57: Ja also ich jetzt nach hinein gesehen ja, ich hätte es mal sicher anders gewünscht, aber ich habe gesagt wer weiß ob ich wirklich dort wäre wo ich jetzt bin wenn nicht so eine Kindheit gehabt hätte.

00:09:10: Man weiß es nicht.

00:09:12: Und diese Beziehungen zu einem Freund oder jetzt vielleicht auch an Frauen, das ist sicher dann ein Zufluchtsort wo man schaut dass man Bindungen hat die außerhalb dieser toxischen Familie sind?

00:09:24: Genau und was für mich auch wichtig war da, weil mein erster Freund hatte ein sehr gutes familiäres Umfeld ja und ich war halt in seiner Familie wie eine Tochter.

00:09:36: Ich bin da nie so als Schwiegertochter oder als die Freundin.

00:09:42: Ich hab da immer dazugehört und ich glaub, das war für mich so der Punkt wo ich gesehen habe, ah!

00:09:48: So funktioniert richtiges Familienleben.

00:09:52: So kann es funktionieren.

00:09:53: War das dann für dich heilend?

00:09:54: Oder hat sich noch mehr frustriert?

00:09:56: Am Anfang frustrierte am Schluss sicher heilent weil ich gesehen hab okay, die nehmen mich auf ja... Die verurteilen mich nicht oder reden auch nicht über was war.

00:10:07: Sie haben natürlich einiges mitbekommen aber Ich war halt einfach Teil der Familie, egal wo wir hinkommen sind.

00:10:13: Und ich glaube das Gefühl war für mich dann schon...

00:10:17: Ich glaube das Schlimme dabei ist oft dass Kinder das auf sich beziehen und glauben was habe ich falsch gemacht?

00:10:22: Genau ja ist so!

00:10:24: Also ich hab sehr sehr oft ja überhaupt als Jugendlicher ja fragst du dich Was habe ich falsch gemacht?

00:10:30: warum werde ich so von meiner Mutter behandelt?

00:10:33: Ja was habe hier getan?

00:10:35: ja Ich muss sagen, natürlich hat so ein Vater auch gegeben.

00:10:41: Der war eh super aber meine Eltern haben sich scheinen lassen als ich sechs Jahre alt war.

00:10:45: das heißt mein Papa war auf einmal weg und meine Mutter hat das auch so gekonnt gemacht dass ich keinen Kontakt mehr haben durfte.

00:10:53: zum Papa.

00:10:53: ja und auf einmal wird dir der Papa genommen und auch dieses Bild zb ist heute noch in meinem Kopf wie mein Papa gegangen ist da zumal Das war halt einer, der hat mich in den Arm genommen und gesagt, hey Sabine, das schaffen wir oder... Aber das hatte ich dann auch nicht mehr.

00:11:12: Und das ist alles sehr früh passiert.

00:11:14: Ja und man merkt trotzdem es nimmt dich bis ins Erwachsenen-Leben mit.

00:11:18: Genau

00:11:18: ja richtig!

00:11:20: Und umso stärker an dass wir heute darüber sprechen dürfen.

00:11:23: vielen herzlichen Dank Sabine.

00:11:24: Bitte gerne!

00:11:26: Das heißt du hast dich damals früh entschieden auch eine Lehre zu machen, ins Berufsleben zu starten, Zuhause auszuziehen?

00:11:33: Und wie ging es dann weiter für dich?

00:11:35: Ja, ich habe dann eh die Lehre absolviert im Einzelhandel ganz klassisch.

00:11:39: Ich hab auch einen wirklich strengen Lehrjahr gehabt...

00:11:44: Dich hat ja da nichts mehr umgehauen können oder?

00:11:46: Nein,

00:11:46: also wenn du das heute an den Lehrlingen erzählen würdest, wie mit uns umgangen worden ist Der wird nicht mehr einen Tag in dem Betrieb arbeiten.

00:11:55: Aber ich hab die Lehre wirklich perfekt absolviert, habe dann auch Auszeichnungen im Zeugnis gehabt weil da hat es dann noch Geld gegeben und das wollte ich immer haben.

00:12:07: Das wollte ich nicht zurücklassen und hab dann voll gestrebert.

00:12:10: und jetzt ist mir dann auch ein Knopf aufgegangen Und ich war dann in der Lehrzeit eigentlich schon alleine im Geschäft tätig Hat mir der Freihand gelassen, ja.

00:12:21: Und ich war dann auch nach der Lehrzeit dort und hab eigentlich die Abteilung ... Ich hab Eisenbahnen gelernt, also eine der schwersten Rubriken.

00:12:29: Porzellankeramik.

00:12:30: Und hab die Abteilung alleine führen dürfen.

00:12:33: Das war für mich schon ein Gefühl von, wow, der vertraut mir!

00:12:38: Der zeigt

00:12:38: mir, dass ich es kann, ja?

00:12:40: Und das war für me schon... Was

00:12:43: ganz Besonderes.

00:12:44: Und

00:12:45: wahrscheinlich dann doch auch aus deiner Geschichte heraus noch mal mehr besonderer, wie jetzt ein Kind das vielleicht daheim so wertgeschätzt wird?

00:12:53: Weil für dich war es eventuell eines der ersten Male wo du gesehen hast was du wert bist oder wie wichtig

00:12:59: du bist.

00:13:00: Stimmt tatsächlich.

00:13:01: Ich glaube anders Kind hätte gesagt ja passt ist okay kenne ich nicht anders Ich nicht.

00:13:08: Ich hab das nicht gekannt und ich bin ihm heute noch dankbar darüber, ja?

00:13:12: Über diese Ausbildung auch wenn sie wahnsinnig streng war und wirklich ... Ja!

00:13:18: Disziplin war alles, aber... Ich bin ihm dankbar für diesen Weg und man hat es gesehen, ich habe dann nach der Lehre bei ihm aufgehört also nach ein paar Jahren weil ich dann weitergehen wollte und bin direkt eigentlich in jungen Jahren von Ich glaub, einundzwanzig war ich dann.

00:13:35: Bin ich da zumal schon Filialleit drin geworden?

00:13:37: Wahnsinn!

00:13:39: Also wirklich von der Lehre raus mit ganz wenig Berufserfahrung bin ich dann Filial leid drin geworden und hab dann wirklich immer bis mein Kind geboren ist in der Führungsebene gearbeitet.

00:13:52: also das war für mich auch schau du hast es geschafft ja auch ohne einen guten Eltern haus wie ich so schön sage habe ich meinen Weg gemeistert.

00:14:03: Und ich bin mir trotzdem fast sicher, dass du deinen Biss

00:14:07: auch...

00:14:07: wegen deiner Geschichte hast.

00:14:09: Und dann überlege ich, heute wird viel gemäckert über die Gen C, die wollen nix... Also ich kann das nicht unterschreiben!

00:14:15: Man sieht, die Kinder haben es anders wie wir, finde ich.

00:14:19: Aber wenn ich meine Kinder anschaue, sie haben sicher in ganz vielen Dingen leichter wo vielleicht ich mir als Mama aber auch nicht so für Mühe gebe streng zu sein, weil man denkt zeig jetzt dreimal Geschirrspüler oder mache es einfach selber ja?

00:14:32: Bei uns einfach zu Hause, ich als Kinder werde nicht diskutiert worden.

00:14:35: Wenn es heißt du machst das dann machst

00:14:37: du das!

00:14:37: Genau und ich frage mich halt jetzt wie können wir den Kindern diesen Biss trotzdem mitgeben und sie aber trotzdem wohlbehütet groß werden lassen?

00:14:46: Ja ich glaube sie brauchen einen gewissen Freiraum.

00:14:49: also und jetzt in der jetzigen Zeit ist das halt.

00:14:51: ja wir hatten da zumal kein Handy Das gab es noch nicht, das waren ganz andere Zeiten und ich glaube, dass muss jeder oder jede Mama reinfinden.

00:15:04: Es war für mich sicher auch nicht leicht ja?

00:15:06: Und ich glaube ich war wirklich wie sagt mein Mann immer so schön Helikopter-Mama und er hat recht damit!

00:15:14: Ja, aber mit jedem Grund.

00:15:15: Du wolltest das ganz anders machen?

00:15:17: Genau

00:15:17: ich wollte alles anderswochen und wollte sie einfach gut behütet aufwachsen lassen und ihr alles geben was ich nicht hatte und dass ist halt dann auch etwas den Rahmen sprengt weil es dann oft zu viel wird ja weil du musst wie du sagst Freiräume lassen und das ist mir wirklich extrem schwer gefallen meinen Kind die freiraume zu lassen natürlich

00:15:38: aus der Erfahrung

00:15:39: also

00:15:41: ich bewusst für dieses kind entschieden

00:15:43: Nein.

00:15:46: Aber sie weiß es auch, ja?

00:15:48: Also wir gehen da ganz offen damit um... Ja nein!

00:15:51: Es war mehr oder weniger ein Umfall das muss man so sagen und ich hab's auch nicht gemerkt dass ich habe wirklich voll gearbeitet und die Kisten gehoben.

00:16:02: Warst du damals so viele Anleiterin?

00:16:04: Ja, genau.

00:16:05: Und hab wirklich alles gemacht und hatte dann an Termin beim Frauenarzt und der sagte dann sie sind in der zwölften Woche gratuliere und ich war's bin ich Also ja und Dann war eh die Entscheidung schon gefallen.

00:16:19: ja Ich hätte es mir natürlich auch anders gewünscht weil ich dazu mal in einer Beziehung war was nicht funktioniert hat ja und ich auch da wirklich sehr viel erlebt haben, was ich keinen wünschte.

00:16:31: Also von Gewalt ja über Demütigungen und ich wollte niemals dass dieser einer der Vater meines Kindes wird.

00:16:41: aber schlussendlich haben wir auch da gelernt das Beste daraus zu machen.

00:16:47: Das Kind ist geboren und ist mein Heiligtum.

00:16:52: Wie

00:16:52: kommst du heute mit dem Kinspapa aus?

00:16:54: Keinen Kontakt, also die Tochter hatte auch nie den Kontakt ja weil er den nicht wollte und sie ist eigentlich in meinen Händen aufgewachsen.

00:17:04: Wahnsinn wirst Du alles schon... bewältigt hast, muss man fast sagen.

00:17:09: Unglaublich!

00:17:10: Da hatte ich das Leben schon vor gute Herausforderungen

00:17:13: gestellt... Es hat mich auf alle Fälle nicht behütet, ja?

00:17:16: Das Leben und ich bin wirklich so, dass ich sage, ich weiß nicht was noch kommen hätte sollen oder können, also schlimmer wäre bei mir wirklich nicht mehr gegangen.

00:17:25: Das heißt immer schlimmer geht immer.

00:17:27: aber

00:17:28: bei mir glaube ich wär das fast wirklich nie mehr gegangen weil ich glaube ich habe wirklich alles durch Also wirklich alles.

00:17:34: In welchem

00:17:35: Gemützzustand warst du dann erst alleine schwanger quasi und dann alleine das Kind groß sind?

00:17:41: Naja, also in der Schwangerschaftsphase glaube ich war ich ja noch in einem halbwegs guten Gemütztzustand weil ich habe gehofft dass die Beziehung besser wird.

00:17:49: Ich muss sagen mein damaliger Freund war Alkoholiker hat Schulden gemacht, er hat meinen Auto damals zusammengehaut, weil er im Alkoholeinfluss mit dem Auto gefahren ist Und ich hab halt immer gehoft es wird besser.

00:18:03: Dem war nicht so.

00:18:06: Das heißt du hast dort noch einen guten Mut ist, dass es alles besser wird?

00:18:10: Genau!

00:18:10: Hast

00:18:11: du deinen Job

00:18:11: weitergemacht?

00:18:12: Ich habe meinen Job weiter gemacht.

00:18:13: also ich war dann auch tatsächlich nur eineinhalb Jahre in Karenz weil es anders nicht gegangen wäre.

00:18:19: Ich hab mich dann von meinem Partner am Tag der Dorfe von der Tochter getrennt weil ich da eine Phantaflasche über den Kopf geschüttet bekommen habe.

00:18:30: Und das war für mich dann nach der Gewalt, was ich alles durchlebt habe.

00:18:35: So ein Schlussstrich ... Ich bin gewachsen an denen ja!

00:18:37: Ich bin älter geworden und hab gesagt, nein danke, mach' ich nicht mehr, ja?

00:18:42: Und hab mich da noch getrennt und von da sind natürlich auch viele, viele Konflikte aufgetreten.

00:18:48: Er wollte das Kind wegnehmen.

00:18:50: Meine Mutter und er haben sich zusammengeschlossen, haben sogar das Kind entführt... Also Ich hab da dann auch alles durchgemacht und ich glaub, das ist auch der Grund warum mich dieser Helikopter-Marmor war weil ich immer wieder Angst hatte um meine Tochter.

00:19:09: Konntest du diese Angst heute loslassen?

00:19:13: Teils teils!

00:19:14: Es gelingt mir einmal besser, einmal schlechter aber...

00:19:17: Aber dir ist es bewusst dass das da ist und dir ist gewusst dass das nicht immer gesund ist.

00:19:22: Genau,

00:19:23: das is mir bewusst ja.

00:19:25: Hast Du einen Tipp da draußen für Frauen die das vielleicht hören die sagen hey Die spricht über Gewalt in der Beziehung.

00:19:31: Ich hab das eigentlich auch, aber ich rede da nicht drüber und ich wüsste eigentlich weiß gar nicht was ich tun soll.

00:19:37: Ich glaube in der heutigen Zeit, dass er mir war das damals nicht bewusst.

00:19:41: Dass es da Stellen gibt wo man sich hinwenden kann.

00:19:44: Das war mir wirklich nicht bewusst.

00:19:46: Es gibt Frauenhäuser Ja es gibt so viele soziale Dienste wo ich mich hinwende kann Weil man einfach mit Freundinnen oder so nicht drüber reden will Teilweise weil man weiß was da die erste Ding ist Trennt dich von ihm Teils.

00:19:59: ist es nicht zu leicht ja loszukommen Und ich kann wirklich jeden nur raten nützt diese tolle diesen tolle Organisationen, die es gibt für Rad und Draht.

00:20:12: Es ist einfach wichtig darüber zu reden und sich zu lösen.

00:20:17: Gewalt gehört nirgends hin.

00:20:20: Und wie hast du es geschafft ohne diese Hilfe?

00:20:23: Das weiß ich ehrlicherweise gar nicht mehr wirklich nicht.

00:20:27: nie in einer Beratungsstelle, weil ich eben nicht gewusst habe dass es das gibt.

00:20:31: Ich hab einfach für mich gesagt nein Sabine so geht's nicht weiter ja?

00:20:35: Das kann kein Leben sein und hab mich dann wirklich getrennt.

00:20:39: und wie gesagt ich hab natürlich auch die Schattenseiten büßen müssen.

00:20:44: also es war wirklich schlimm als ich sage mal die ersten vier Jahre waren die Hölle Mit meiner Tochter, ja.

00:20:51: Also jetzt nicht weil meine Tochter böse war nein sondern weil ich einfach so viel zum Kämpfen hatte mit Ex-Freund und Mutter was sie mir alles angetan haben.

00:21:01: aber es hat mich immer stärker gemacht und ich habe immer gedacht Nein lass dich nicht unterkriegen.

00:21:07: das kann's nicht sein.

00:21:08: du schaffst das Ja Und ich glaube dass war das was ich mir immer eingeredet habe.

00:21:14: Wahnsinn wenn

00:21:15: ich jetzt überlegt da ist eine junge Mama die soviel trägt Die Sofa trägt ihr Kind an und sich beschützt.

00:21:24: Krass!

00:21:24: Ja, es ist wirklich... also jetzt rückblickend auch wenn ich das jetzt so erzähle ja bei dir frage ich mich selbst sogar wie hast du das geschafft?

00:21:33: Also die Frage ist bei mir immer noch präsent Wie habe ich das wirklich geschafft?

00:21:38: Ich kann's teilweise wirklich nicht mehr sagen ich hab einfach nur gesehen mein Kind braucht mich Das und das erreichen, ich habe Ziele gehabt wo ich hin will.

00:21:47: Und ich glaube dass hat mich so stark gemacht.

00:21:49: Und einfach den anderen vielleicht zu beweisen... Ich kann das!

00:21:54: Vielleicht hast du es auch für ein Kind gemacht weil's für dich nicht alleine gemacht hättest?

00:22:01: Genau ja.

00:22:01: Es mag sein, weil du musst stark sein.

00:22:03: Weil das Kind kann nichts dafür und die weiß es mit vier Jahren noch nicht was hier geschieht.

00:22:10: Aber das war sicher einer der Gründe.

00:22:13: Wie trägt deine Tochter?

00:22:17: Sie ist mir sehr ähnlich.

00:22:18: Also sie ist genauso zielstrebig, genau so.

00:22:23: Viele Leute sagen ich könnte es nicht abstreiten dass sie meine Tochter ist ja einfach von der Art her oder von den Gedanken her.

00:22:32: aber ja man kann sagen sie ist eine sehr starke Persönlichkeit

00:22:36: und ihr habt sicher auch ganz ein starker Bindung miteinander

00:22:40: Auf alle Fälle.

00:22:41: Man sieht mich es mittlerweile ausgezogen, ja?

00:22:43: Ich glaube auch, dass sie auch die Jahre zwanzig ist okay.

00:22:46: Es war für mich natürlich eine schwierige Phase, wie sie das gesagt hat, dass Sie zum Freund zieht.

00:22:52: Ist die Welt zusammengefallen... Da hab ich schon

00:22:55: so Angst!

00:22:56: Weil jetzt jetzt siebzehn bin ich auch schon so verlangst.

00:22:59: Das war wirklich für mich schlimm.

00:23:01: Schlimmer als schlimm.

00:23:03: Aber mittlerweile denke ich mir, sie muss ihre Erfahrungen machen und ich bin stolz auf sie.

00:23:09: Sie ist einfach eine Supermedel.

00:23:11: Ja,

00:23:12: cool!

00:23:13: Gehen wir in deiner Karriere voran?

00:23:15: Das heißt du bist dann mit anderthalb ist die Kleine gewesen und bist wieder eingestiegen?

00:23:20: Wieder in einer Führungsposition.

00:23:22: Hast sie die Firma gewechselt

00:23:23: oder so?

00:23:23: Nein ich war in derselben Firma und sie sind mir auch entgegengekommen.

00:23:27: aber ich habe natürlich trotzdem im Achtundrissig kommen.

00:23:29: fünf Stunden gearbeitet ja und hab da zumal die Tochter bei der Tagesmutter gehabt weil natürlich Kinder betreuen War ein anderes Thema vor so vielen Jahren.

00:23:41: Hab mir dann das Geld wirklich geleistet für die Tagesmutter, weil es mir wichtig war, dass sie gut behütet aufwächst oder in guten Händen ist wenn ich in der Arbeit bin.

00:23:51: und ja hab das dann wirklich bewerkstelligt.

00:23:54: Ich habe sie geholt Wir haben gegessen miteinander Dann ist später nochmal Aufgaben gemacht miteinander und alles gelernt.

00:24:04: Sie hat erst letztens gesagt, das war sehr lustig.

00:24:06: Weil das habe ich selbst nicht so wahrgenommen.

00:24:10: Sie hat immer sehr gerne mit mir gelernt und da ich aber immer voll berufstätig war haben wir natürlich schon wissen dass die Zeit auch für den Lernen da ist.

00:24:19: Und sie hat letztendlich gesagt Mama wir haben immer gelernt wenn du in der Badewanne klingen bist ja da ist sie gegenüber!

00:24:26: am Klo gesessen und hat sich hingesetzt.

00:24:29: Das war halt so.

00:24:30: ihr Schreibtisch, ja?

00:24:32: Und ich bin der Badmann und wir haben zum Beispiel Buchabeln gelernt.

00:24:35: Da hab' ich gesehen das ist bei ihr so wirklich im Kopf verankert.

00:24:40: Ich habe irgendwie schmutzern müssen.

00:24:42: auf der anderen Seite denke ich mal okay!

00:24:45: Ist das so eine schöne Zeit, oder?

00:24:46: Miteinander.

00:24:47: Sie kriegt was sie braucht.

00:24:49: Du kriegst was du brauchst.

00:24:50: Endlich mal eine Entspannung in der Wanne.

00:24:54: Das ist ein ganz schönes Bild finde ich.

00:24:56: und wenn ihr das so geblieben ist...

00:24:58: Das ist hier so geplimt.

00:24:59: Das haben wir erst vor ein paar Wochen.

00:25:01: Hat sich das erwähnt?

00:25:01: und da habe ich gedacht okay.

00:25:03: War voll schön schön!

00:25:04: Das ist hängengeblieben.

00:25:05: Das

00:25:05: war es der Filmreifeszene.

00:25:07: Ja genau.

00:25:08: Könnten wir noch verfilmen.

00:25:10: Total schön.

00:25:12: Und dann wie ging's weiter?

00:25:14: Ja, ich bin dann irgendwann einmal wie die Tochter größer war.

00:25:17: Bin ich dann eine Position aufgestiegen und habe die Firma gewechselt.

00:25:22: Ich habe als Bezirksleiterin bei einem Unternehmen angefangen und habe dann wirklich Verantwortung bekommen.

00:25:29: Also ich habe dann hundertzwanzig Mitarbeiterinnen geführt, habe zwölf Filialen übergehabt, wo ich für alles verantwortlich war – für Kosten-, Personalentscheidungen.

00:25:41: umbauten, also wirklich alles Revisionen.

00:25:44: Es war auch im Handel, ich bin eigentlich immer in Handel treu geblieben.

00:25:48: Hab dann auch in dieser Zeit oder ein bisschen vorher meinen Mann kennengelernt, meinen jetzigen Mann kennen und lieben gelernt ja?

00:25:57: Und das war jetzt der starke Fels in meiner Brandung weil er hat mich halt wirklich bei allen unterstützt.

00:26:04: War auch sehr viel für die Tochter da.

00:26:08: Also er hat sie als Tochter gesehen als Adoptivkind oder irgendwas.

00:26:13: Wie

00:26:13: war die Tochter als ihr ins Leben gekommen

00:26:15: seid?

00:26:15: Die war da zumal neun.

00:26:18: und ja,

00:26:19: das heißt du warst kurz nach den jetzt muss ich rechnen kurz noch dreißig als du kennengelernt

00:26:25: hast.

00:26:25: Ja richtig!

00:26:27: Und ja das war eigentlich ja selbstverständlich.

00:26:30: also die zwei haben sich gesehen gemacht, Gott sei dank.

00:26:34: Auf einmal kannst du das Familienglück nachholen, dass du selbst nie gelebt hast.

00:26:38: Und das hat dich dann das Gefühl auch bekommen und mein Mann hat mir wie gesagt immer den Rücken freigehalten.

00:26:45: ich habe meinen Job machen können.

00:26:47: er hat für die Tochter gekocht Aufgabe gemacht oder so sich alles also mit ihr spazieren gegangen Spielplatz.

00:26:55: Und

00:26:55: wie kommt der damit zurecht, dass er so eine taffe starke Frau hat?

00:26:59: Gute Frage!

00:26:59: Da müsste man jetzt selber fragen.

00:27:01: Ich glaube es ist nicht leicht.

00:27:02: ja weil ich kann mich auch erinnern an unser erstes Date sozusagen.

00:27:08: Da habe ich die Regie übernommen und hab wirklich gesagt das will ich von einer Beziehung und das will

00:27:17: Okay.

00:27:17: Also Klartext, ja?

00:27:19: Ja!

00:27:20: Und ich habe ihm alles hingesagt.

00:27:21: Ich glaube er hat eine Stunde keinen Sprechmarkal gehabt, weil ich geredet hab, aber er ist noch immer bei mir.

00:27:29: also es dürfte...

00:27:30: Es dürft irgendwas

00:27:31: passt.

00:27:32: Irgendwas dürft passt haben, ja.

00:27:35: Aber ich wollte halt einfach nach dem Ganzen was ich erlebt habe

00:27:39: einfach

00:27:39: sagen das will ich nicht mehr und das machst du sicher nicht, sonst bin ich weg.

00:27:44: Aber bei dir müssen wir uns nie Sorgen machen, dass du mal in eine Abhängigkeit, Altersarmut oder irgendwas rutschst.

00:27:50: Weil du genau weißt wie du dein Leben ganz alleine auch finanziell und emotional und alles manuschen kannst.

00:27:55: Richtig ja!

00:27:56: Und ich muss auch sagen, finanzielle ist es sicher nicht leicht als Alleinerziehende.

00:28:00: So wie es bei mir war.

00:28:01: Tagesmutter zum Zahlen Vollzeitlohn ist jetzt nicht die Welt im Hansel auch nicht in der Führungsebene.

00:28:08: Also man muss schon schauen das man zusammen kommt.

00:28:12: Aber wir haben immer gut gelebt, also die Tochter hat ... Wir sind auf Urlaub gefahren.

00:28:15: Ja!

00:28:17: Wir waren sehr viel in Griechenland da zumal ja... Also das haben wir uns alles gegönnt und uns gut gehen lassen.

00:28:23: Aber natürlich man muss halt wirklich gut wirtschaften können.

00:28:28: Ja, eben ein Muss.

00:28:30: Nachdenken

00:28:31: und überlegen,

00:28:32: wo geht's?

00:28:34: Ich hatte gerade das Gespräch mit meinem Bruder.

00:28:36: Der hat ein Kind, die ist jetzt eins geworden und die haben Baustelle zu Hause.

00:28:40: Also die Eltern haben jetzt rund um die Uhr Gas gegeben wenn es irgendwie noch ging.

00:28:44: Er gesagt er möchte den Babys so gerne mal einen Urlaub ermöglichen habe ich gesagt du Der ist das egal, Hauptsache ihr habt Zeit mit dir.

00:28:52: Da müsst ihr nicht nach Timbuktu fliegen!

00:28:54: Also es ist vollkommen wurscht.

00:28:56: Das

00:28:56: Kind freut sich einfach wenn ihr Zeit miteinander habt und natürlich ist gut weil man wegfährt dass man den Alltag

00:29:02: mal entflieht.

00:29:02: ja aber ob das jetzt hier oder dort oder da oder nur im Schwimmbad ist

00:29:07: das Kind

00:29:08: macht keinen Unterschied.

00:29:09: fürs Kind sind die Erlebnisse mit den Eltern.

00:29:13: Genau, der Kinderhotels waren bei uns so angesagt.

00:29:16: Ich glaube wir waren zweimal im Heidi-Hotel.

00:29:19: Das sagt ja fast keiner mehr was?

00:29:22: aber das hat sie geliebt.

00:29:25: Aber das weiß ich auch heute noch.

00:29:27: Es fehlt ihr einiges, aber das fehlt hier nicht!

00:29:32: Und wie bist du dann von dem damaligen Job?

00:29:34: Auf den heutigen war das dann der nächste Schritt nämlich an oder?

00:29:37: Ja also es war auch dann wieder nicht ganz so einfach.

00:29:41: Also ich glaub mein Leben Braucht es nicht einfach, oder?

00:29:44: Es wäre so Fahrt bei mir.

00:29:46: Also ich war dazu mal dann fast zehn Jahre in meinem Bezirksleiterjob und wollte mich viel beweisen.

00:29:54: Ich wollt die Beste sein in den Umsatzzahlen... also alles ja!

00:29:58: Ich wollt halt immer das bestreben haben dass ich auf Platz eins bin.

00:30:03: Ja bei den ganzen Schulungen

00:30:04: Und das war für dich selber oder war das für die Außenwelt?

00:30:08: Für die Außenwelt und für mich selbst.

00:30:11: Anerkennung?

00:30:11: Ja,

00:30:12: genau.

00:30:12: Dass ich die bekomme was ich eigentlich nicht bekommen habe.

00:30:15: als Kind Da hab' ich gemerkt in diesem Job ja dass ich das brauche und Ich war dann auch wirklich so zielstrebig Und hab' dann die Verantwortung bekommen für einige Bundesländer weil wir Personalmangel hatten und ich war dann wirklich Bezirksleitung Für Salzburg, Kärnten usw.

00:30:34: Man muss sagen...ja!

00:30:36: Die Tochter war noch minderjährig zu dieser Zeit.

00:30:40: Und mein Mann hat mich da unterstützt, aber ich hab halt teilweise wirklich nicht mehr gewusst, welcher Tag ist am Schluss.

00:30:47: Welche Bundesstadt bin ich jetzt oder in welchen Ort bin ich?

00:30:52: Da habe ich dann schon mal angefangen zum Nachdenken und hab mir gedacht, brauchst du das wirklich?

00:30:57: Karrieremierenpreis!

00:30:58: Ja, du hast alles erreicht.

00:31:00: Also da bin ich schon einmal in mich gegangen.

00:31:05: Ein prägendes Erlebnis war für mich, dass ich mich dann gesagt habe.

00:31:08: Ich orientiere mich neu und suche mir was Neues.

00:31:12: Ich bin eines Tages später mal abend heimgefahren von Salzburg – das weiß ich noch sehr gut!

00:31:18: Und kurz vor unserem damaligen Wohnort hat es einen Duscher gemacht.

00:31:24: Und ich war so in Drauß und hab mir gedacht, ich habe jetzt ein Kind zusammen geführt.

00:31:29: Ich weiss nicht wie ich auf die Idee gekommen bin aber es hat zu einem Duscher beim Auto gemacht und ich bin weitergefahren Und bin heimgefahren und bin daheim angekommen, hat nur geweint.

00:31:41: Mein Mann, meine Tochter natürlich sehr aufgelöst was ist los Mama?

00:31:44: Was ist passiert?

00:31:46: Ich habe gesagt Leute ich hab jetzt gerade ein Kind zusammen gefahren und die in Panik.

00:31:51: Was hast du dann und wieso fassst du weiter?

00:31:56: Was

00:31:56: so unter Schock stand?

00:31:57: Ja, total.

00:31:58: Also ich habe es echt wirklich geglaubt und mein Mann hat dann gesagt ja von welcher Richtung bist du gekommen?

00:32:04: weil ich hatte zwei Wege zur Auswahl und ich hab dann gesagt, ja ich glaub von da.

00:32:10: also ich habs echt nicht gewusst und mein man hat dann so kommt wir setzen uns jetzt ins Auto erfahrt wir fahren die Strecke ab.

00:32:19: natürlich hat mein Kind auch gesagt sie fahr mit hat sich hinten rein gesetzt Und schlussendlich sind wir draufgekommen, dass ich ja kein Kind zusammengefahren habe.

00:32:27: So einen Hasen.

00:32:29: Ja?

00:32:30: Oh mein Gott!

00:32:31: Weil den

00:32:31: haben wir dann auf der Straße liegen gesehen und das war für mich da zumal ein Ereignis wo ich gesagt hab so du musst diesen Job aufgeben es leidet meine Gesundheit darunter Ich kann nicht mehr und ich hab's dann auch wirklich gemacht.

00:32:47: also das ist wirklich dein Schluss ist sehr schnell gekommen.

00:32:50: Ich hab dann da mal mit meinen Vorgesetzten geredet, habe ihm den Sachverhalt geschildert.

00:32:55: Er war natürlich nicht super happy darüber weil ich so gesagt war der Trottel für alles und er hat gewusst die schicke ich dorthin, die schikke ich dort hin.

00:33:05: ja genau sich habe immer gesagt ich habe irgendwo ein Trottl auf der Stirn oder so detoviert.

00:33:12: Und er hat es aber dann eingesehen Ja und wir haben das einvernehmlich gelöst.

00:33:16: Aber das war für mich wirklich auch ein Erlebnis, dass ich heute noch in meinem Kopf habe.

00:33:22: Also wie wenn es gestern gewesen wäre?

00:33:25: Hat dich da so extrem schockiert... ...wie du reagiert hast, dass du weitergefahren

00:33:30: bist?

00:33:31: Ja!

00:33:31: Das war, das denke ich mir, dass das der Punkt ist, ne?

00:33:34: Total

00:33:35: weil.. Ich hätte stehen bleiben müssen.

00:33:38: Aber ich bin einfach so im Gedanken gewesen und bin weiter gefahren.

00:33:43: Das ist ja immer... Braucht man nicht darüber reden, ein Kind anfahren wäre Wahnsinn.

00:33:49: Weiterfahren ist in Gedanken noch mal ...

00:33:53: Genau, richtig.

00:33:54: Und das war für mich wirklich also

00:33:56: ein... Dass du eigentlich gar nicht mehr menschlich reagierst,

00:33:59: weil

00:33:59: du schon so

00:34:01: unter

00:34:01: Stress

00:34:02: maschinell

00:34:03: deine Sachen abfährst?

00:34:05: Ich hab näher dabei gewusst.

00:34:06: Also drum sag ich ja, ich habe auch näher einmal gewusst welchen Weg bin ich gefahren von diesen beiden?

00:34:12: und darum es braucht Mut.

00:34:14: Ja Es

00:34:15: braucht Mut dass ich sage ich kann nicht mehr.

00:34:19: Und für mich war es ja auch nicht einfach.

00:34:22: Ich müsste jetzt lügen, wenn ich da sitze und sage, boah das war so easy, ich gehe dahin und kündige meinen Job nach fast zehn Jahren.

00:34:29: Nein ist es nicht!

00:34:30: Und eine Karriere die du dir handelt erarbeitet hast aus... Genau,

00:34:34: eben und es war mir bewusst dass ich vielleicht jetzt nicht in der Position wieder irgendwo einsteige.

00:34:41: aber es war einfach für mich jetzt der richtige Moment und ich habe dann auch wirklich Ein Jahr gegönnt, das muss ich auch sagen.

00:34:51: Wo ich eine Auszeit hatte, wo ich Urlaube gemacht habe einfach runterkommen bin für mich ja in den Gedanken wieder neu geordnet hab sehr viel über mich beschäftigt haben als Person.

00:35:03: Wo will ich dass mein Weg hingeht?

00:35:06: Muss sich es haben wenn er der Führungsebene zu arbeiten?

00:35:09: Brauche ich das noch?

00:35:11: Also da habe ich wirklich ein Jahr intensiv an mir gearbeitet.

00:35:17: Und da bist du ein ganzes Jahr von der Arbeit weggeblieben?

00:35:20: Ja, also ich habe ihr gekündigt und...

00:35:23: Aber ist sich das Monetär gut ausgegangen.

00:35:24: Was siehst du mal, dass du vorher schon gearbeitet

00:35:28: hast!

00:35:31: Mit Kompromissen leben.

00:35:32: Natürlich

00:35:33: und ich finde auch das ist mutig, besonders wenn man so tickt dass man weiß man möchte sich jetzt endlich was erschaffen, dass man nicht

00:35:40: hatte oder?

00:35:41: Genau ja!

00:35:42: Und ich muss auch sagen also es gehört Mut dazu wie ich schon gesagt habe Es gehört Mut zu.

00:35:47: aber Ich bin auch stolz jetzt im Nachhinein drauf.

00:35:50: ich habe das ganze Jahr nichts von meinem Mann gebraucht.

00:35:54: Also jetzt finanziell gesehen Ja ich habe meinen selben Anteil an der Miete bezahlt Wie er, ja.

00:36:02: Also auch wenn er mich unterstützt hat das möchte ich auch sagen okay er hätte mich unterstütz aber ich habe es nicht angenommen weil ich es nicht wollte.

00:36:10: Schön.

00:36:11: Ja wirklich

00:36:11: schön!

00:36:12: Ich glaube dass kann man auch anderen Freunden mit auf

00:36:14: den Weg

00:36:14: geben.

00:36:15: Traut's

00:36:15: euch?

00:36:16: Ich weiß es ist nicht einfach und das will ich auch gar nichts sagen.

00:36:20: Ich

00:36:20: hab sicher das Jahr Urlaub gemacht aber anders günstiger und so weiter Und bin halt viel in der Natur gewesen.

00:36:28: und das alles kostet nicht unbedingt Geld, wenn ich in die Natur gehe.

00:36:32: Richtig!

00:36:33: Aber es ist die Gesundheit

00:36:34: unbezahlbar?

00:36:35: Ja richtig genau und das habe ich eingesehen.

00:36:39: Und heute erzähl' heute bist du

00:36:41: beim

00:36:41: Rewe damit den Amel erwähnt

00:36:43: haben.

00:36:44: Ganz wichtig mein jetziger Arbeitgeber.

00:36:46: ja nach meiner Auszeit bin ich zuerst in ein Familienunternehmen in Oberösterreich gegangen ins Recruiting.

00:36:53: Die sind dann leider Insolvenz, haben die angemeldet und somit war es klar.

00:36:58: Ich brauche einen neuen Job logischerweise und habe mich bei der Rebe beworben und auch wirklich sehr schnell und rasch die Zusage bekommen.

00:37:06: Und ich durfte dann auch wieder, wie sollte man anders meinen das regionale Recruiting in Oberösterreich aufbauen?

00:37:14: Das heißt wir sind regional vor Ort!

00:37:16: Das hat es vorher nicht gegeben bei der REBE Und durfte das aufbauen.

00:37:20: Da war ich wieder in meinem Elevent was Neues vernetzen, neue Ziele erreichen und das habe ich dann gesehen da blühe ich auf Ja, für mich dann wieder so – wow!

00:37:33: Jetzt hast du das.

00:37:34: Herrlich und jetzt machst du jetzt drei Jahre?

00:37:36: Ja heuer werden es drei Jahre.

00:37:37: Und

00:37:38: du bist hier allein am Standort?

00:37:39: Habe ich das richtig

00:37:40: verstanden?

00:37:40: Nein, ich teile Oberstreich mit einer netten Kollegin ja die ist eher für das Salzkammergut und in Viertel zuständig und ich habe Zentralraum wie Linz, Wels, Steier, Müllviertel.

00:37:52: Und eurer Zentrale ist

00:37:53: in?

00:37:53: In Wiener Neu-Dorf aber wir haben einen Sitz hin ans Felden und da ist grundsätzlich auch das Büro wo wir uns niederlassen dürfen sollten.

00:38:02: Super!

00:38:03: Du, dann kommen wir jetzt noch zum... Wir haben ganz viel über dein Leben gesprochen

00:38:06: und

00:38:06: ich könnte noch ewig mit dir sprechen weil ich es so wertvoll empfinde.

00:38:09: Ich hatte dich ja nur kurz beim Festival kennengelernt, kurzer Luke sagt Und ich wusste, wir machen diesen Podcast nicht mehr und gedacht, ich bin schon sehr gespannt auf dich Weil ich gar nichts von dir weiß Ja?

00:38:21: Auch so spannend oder dass wir gleich so viel miteinander zu erzählen haben und nämlich Themen die wirklich Wichtig sind, dass sie nach draußen kommen.

00:38:31: Aber jetzt zum Thema Sichtbarkeit!

00:38:34: Du hast mir heute ein Sichtbarkeitssymbol mitgebracht.

00:38:37: Hat diese Symbol auch was mit deinem größten Sichtbarkehrsmoment

00:38:40: zu tun?

00:38:41: Ja.

00:38:42: Dann erzähle uns erstmal den Moment und dann dürfen wir Symbol sehen...

00:38:45: Also ich habe ja wie gesagt vor fast drei Jahren, also mittlerweile drei Jahre bei der Rewe begonnen und natürlich das alles aufbauen dürfen.

00:38:53: Und wir waren ein wichtiges Thema, das Inklusionsthema.

00:38:56: Warum soll man Menschen denen es nicht so gut geht?

00:39:00: Keine Chance geben!

00:39:01: Da reden wir von Mensch mit Behinderung oder Beeinträchtigung.

00:39:07: Punkt einfach wichtig.

00:39:09: Also ich weiß, wir machen das Unternehmen schon sehr viel ja aber in diesem Bundesland Oberösterreich halt noch nicht und ich habe dann echt lange überlegt wie können wir das angehen?

00:39:18: Ich hab natürlich da einen Partner an meiner Seite gehabt die was gesagt haben.

00:39:21: Ja ich unterstütze dich bei diesen Vorhaben und ich weiß heute noch ich hatte irgendeine Bammel dass beim Vertriebsdirektor von Piller anzubringen was ich vorhabe weil ich dachte der fragt mich sicher Ob's mal doch gut geht.

00:39:39: Aber ich hab es geschafft, ja?

00:39:41: Ich habe ihm das vorgestellt und er meint, machen sie einfach einmal und dann schauen wir mal ganz nach der Devise.

00:39:47: Und ja!

00:39:48: Es hat gefruchtet... ...es ist aus einer ganz kleinen Idee.

00:39:52: also wir haben dazu mal erfunden eine Inklusionswoche.

00:39:56: Ich glaube dass wird keinen was sagen.

00:39:57: was is das?

00:39:59: Wir haben Menschen mit Behinderung in unseren Markt eingeladen eine Woche lang mitzuarbeiten, die ganzen Positionen Abteilungen zu sehen.

00:40:09: Damit man einfach weiß wo sehe ich mich oder was ist für mich geeignet?

00:40:12: ja und ganz viele haben das genutzt.

00:40:15: also ich muss sagen es war eine kleine Idee.

00:40:17: wir haben gesagt nicht mehr wie dreißig Leute in der Woche waren.

00:40:21: es waren dann fünfundachtzig weil wenn Sabine etwas anpackt wird das immer größer.

00:40:28: du wirst das kennen von deinen event.

00:40:31: Und so ist es dann entstanden, dass wir eine zweite Woche gemacht haben ein Jahr später und ganz viele Workshops.

00:40:39: Die Inklusionswoche habe ich erfunden.

00:40:43: Auf das bin ich irrsinnig stolz!

00:40:47: Ich finde es auch cool, dass andere Unternehmen diese schon kopieren.

00:40:50: Ja also natürlich ist das Unternehmen als hat ein Unternehmen kopiert.

00:40:54: die haben mich auch sogar gefragt ja ob sie das kopieren dürfen.

00:40:58: Hast du gesagt Sie müssen's nach dir benennen oder?

00:41:00: Ja nicht ganz habe ich bin erwähnt worden.

00:41:04: Aber das war für mich schon ein Sichtbarkeitsmoment das ich gesagt hab hey Wahnsinn!

00:41:08: Ich bin sichtbar und Mein Name ist sichtbar.

00:41:12: Es sind sehr viele und ich kriege sehr viel Feedback von sehr vielen Institutionen, die sagen Rewe ist die Firma aber als Rewe stehst du dahinter und du als Sabine, als Person.

00:41:26: Voll schön!

00:41:26: Und das ist es doch auch.

00:41:28: Menschen kaufen von Menschen, lieben Menschen.

00:41:32: Das Unternehmen wird durch Menschen gefüllt und wenn die Menschen nicht sympathisch sind, dann mag ich das Unternehmen auch nicht.

00:41:39: Richtig!

00:41:39: Du sagst es ja genau, wir haben im Vorfeld auch geredet der Mensch macht irrsinnig viel aus und... Ja und das war für mich wirklich ein Sichtbarkeitsmoment und den möchte ich auch nie mehr wieder missen.

00:41:54: Und die macht ihr immer noch die Inklusionswoche?

00:41:56: Ja also wie gesagt Treuer ist noch in Planung aber wir haben jetzt schon gestartet letzte Woche mit einem Workshop Wo Mitarbeiter mit Behinderungen, die bei uns schon beschäftigt sind, erzählen von ihren Alltag.

00:42:09: Und sagen, wie das ist und haben andere dadurch inspiriert.

00:42:12: Wie schön!

00:42:13: Also wir haben jetzt ganz viele Bewerbungen die ich noch aufarbeiten muss an dieser Stelle.

00:42:18: Gibt's wahrscheinlich noch mehr?

00:42:19: Bisher um Geduld, dass ich nicht ganz so schnell bin.

00:42:24: Aber ja, das macht halt Spaß und das ist für mich ein Herzensthema geworden mittlerweile.

00:42:29: Und was hast du dann dafür einen Symbol mitgebracht?

00:42:32: Ich habe das Symbol genommen und zwei ist das der fliegende Fisch nennt man das Inklusionspreis des Landes Oberösterreich.

00:42:41: Wahnsinn!

00:42:42: Und

00:42:43: den habe ich letztes Jahr entgegennehmen dürfen für die REWE Group, für die Idee inklusionswoche und besitzt diesen Preises.

00:42:51: also der bleibt mir ja aber zwei Jahre und nächstes Jahr wird er dann wieder neu verliehen.

00:42:59: Das heißt du mussten dann wieder weggeben?

00:43:00: Nein, nein.

00:43:00: Der bleibt eh bei mir

00:43:01: aber vielleicht

00:43:03: kriegt ein anderes Unternehmen nächstes Jahr oder auch wieder wir.

00:43:06: ich weiß es nicht was uns noch einfällt bis dorthin ja Aber auf diesen bin ich eher nicht stolz und ich habe mich auch durchgesetzt weil ich bin ja wirklich wenn ich mir etwas in den Kopf setze Dann wird das auch... Bist

00:43:17: die Umsetzerin genau!

00:43:18: ...

00:43:19: hab ich durchgesetzt dass dies auch bei mir zu Hause stehen darf.

00:43:23: Wo hat er das Plätzchen?

00:43:24: Bei mir im Büro hat der das Plättchen, wo ich ihn immer sehe und immer daran erinnert wird.

00:43:29: Weil es gibt natürlich auch Tage, wo man nicht so gut drauf ist oder wo man sich denkt, heute geht gar nichts weiter.

00:43:35: Ich glaube, das kennt jeder und das muss man sich eingestehen.

00:43:38: Und dieser Preis erinnerte mich dann immer zu weit da geht noch was.

00:43:42: Wow wie

00:43:42: schön!

00:43:43: Ganz ein toller Preis, herzlichen Glückwunsch.

00:43:46: Wir

00:43:46: brauchen tatsächlich Menschen die sich noch mehr für die Gesellschaft einsetzen, die noch mehr Soziales tun und wenn das so große Unternehmen tun mit Hilfe ihrer Menschen, die dort arbeiten,

00:43:57: super!

00:43:57: Die Menschen machen es aus ja?

00:43:59: Und ich sage bei uns ist jeder herzlich willkommen und es ist ja auch Frauen, also Frauen können vielleicht nur Teilzeit arbeiten logischerweise Wegen Kinder und so.

00:44:09: Also bitte herzlich willkommen auch bei uns.

00:44:12: Voll schön,

00:44:13: das macht's auch

00:44:14: so.

00:44:14: Wahnsinn!

00:44:15: Herzlichen Glückwunsch.

00:44:16: Danke,

00:44:16: danke.

00:44:17: Gab es denn auch mal einen Moment in deiner Karriere?

00:44:19: In deinem Leben wo du gerne unsichtbar gewesen wirst?

00:44:23: Ja tatsächlich ja.

00:44:25: Also natürlich ist nicht alles schön.

00:44:27: also das ist auch klar... Es hat sehr viele Momente gegeben eben dieser Moment wo ich gesagt habe, dass ich aufgehört hab bei der folgen Firma.

00:44:35: Wo das passiert ist.

00:44:35: also da wäre ich auch lieber unsichtbar gewesen.

00:44:39: Wäre ich sicher auch gewesen.

00:44:40: am liebsten wie ich das erste Mal ins Büro rein bin zum Direktor.

00:44:46: und eben die Idee.

00:44:48: Am Anfang habe ich mir gedacht könnte ich jetzt unsichtbaus sein?

00:44:51: Ja!

00:44:51: Und kann das nicht irgendwie anderer machen?

00:44:54: Jetzt im Nachhinein bin ich froh, dass sich es gemacht haben.

00:44:57: Oder

00:44:58: ich hatte ... Stell dir mal vor, du hattest mit dem anderen die Lorbeeren gegeben.

00:45:00: Genau!

00:45:00: Also jetzt im Nachhinein oder jeder wird das kennen?

00:45:04: Ich hab letzte Woche in den Workshop gehabt und ich habe zum ersten Mal moderiert wenn du weißt was Moderation heißt ja Und ich war kurz davor die Nerven weg zu hauen weil ich gesagt, ich kann das nicht.

00:45:15: Es ist halt wir Frauen Ja Wir sagen immer gleich, ich kannt es nicht.

00:45:20: Da stimmt nicht.

00:45:21: Ich habe mir einfach Moderationskarten geschrieben und im Grunde war es so super, ich würde's wieder machen!

00:45:28: Das

00:45:28: ist ja das Erfolgserlebnis.

00:45:30: danach, wiegt das alles wieder auf und man denkt warum hab' ich mir so viele Sorgen gemacht?

00:45:35: Und ich glaube dass muss man auch mitgeben.

00:45:37: draus euch...ich bin keine Moderatorin Überhaupt nicht.

00:45:41: Aber ich habe es einfach gemacht und ich hab dann auch in Mundart geredet, so wie man der Schnabel gewachsen ist.

00:45:47: Ich dachte mir, ich muss ja den Hochdeutsch reden.

00:45:50: Warum sollte ich das?

00:45:52: Das macht mich aus!

00:45:53: Und auf einmal hat das geflutscht... Der Anfang war holprig und ich habe auch noch gesagt Entschuldigung, das ist meine erste Moderation und ich denke mal im Nachhinein warum habe ich mich entschuldigt.

00:46:02: Darf man nie sagen

00:46:03: ne?!

00:46:04: Ja gut, kann auch passieren.

00:46:06: Aber eigentlich einfach nicht sagen ... Weil sonst fokussieren sich die Leute und beobachten.

00:46:10: Genau.

00:46:10: Zittert sie vielleicht?

00:46:11: Wie geht es ihr denn?

00:46:12: Geht's ja hoffentlich gut!

00:46:13: Genau.

00:46:14: aber das war jetzt auch so ein Moment wo ich am liebsten unsichtbar gewesen wäre weil ich mir dachte warum hast du das jetzt wirklich gesagt?

00:46:21: Ich kenne das aber.

00:46:22: Ich habe immer gedacht naja dann halten die Leute zu dir und helfen dir.

00:46:26: Aber im Endeffekt machst dein Publikum auch nur nervös.

00:46:29: Sie sind glaube ich kritisch sogar teilweise... Vielleicht

00:46:31: ja.

00:46:32: Also und das waren sehr viele Momente, wo ich lieber unsichtbar gewesen wäre.

00:46:35: Und erst letzte Woche wär ich lieber Unsichtbar gewissen.

00:46:39: Und aus diesen Momenten lernt es sein dass Unsichtbare vielleicht gar nicht so schlau ist oder?

00:46:43: Muss man nicht?

00:46:44: nein auf keinen Fall!

00:46:45: Wir können so viel wir freuen.

00:46:47: ja und ja wir brauchen uns nicht verstecken auf keinen fall.

00:46:52: Hast du denn sowas wie ein Sichtbarkeitsvorbild oder vielleicht ein Vorbild wo du sagst da schauen mal gerne was ab.

00:47:00: Ein Vorbild Insofern nicht, was mich immer sehr inspiriert hat.

00:47:04: Früher als Kinder war die Sissyfilme.

00:47:10: Die habe ich sehr geprägt weil sie auch nie aufgegeben hat.

00:47:14: Sie hatte ja viel durchgemacht und ich war ein sehr großer Romeo Schneider Fan.

00:47:20: oder bin ich immer noch?

00:47:21: Und sie hat das schon verkörpert.

00:47:24: Sie war ja auch nicht immer so gut, dass man sagt, sie hat die teuersten Männer bekommen.

00:47:30: Sie hatte auch sehr viel mit Gewalt gekämpft und alleinerziehend gewesen.

00:47:36: Ich glaube, das hat mich schon auch ... Sie als Person habe ich schon immer sehr wertgeschätzt und hab mir gedacht, schau, die schafft das auch!

00:47:44: Obwohl sie so berühmt ist?

00:47:46: Aber sie hat es auch offen kommuniziert was natürlich das Ende nicht so schön war mit ihren Selbstmord, wo sie sich dann nicht mehr ausgesehen hat.

00:47:54: Aber

00:47:55: ihr Leben an und für sich, sie hat alles bis dorthin gut gemeistert.

00:48:00: Voll berühren!

00:48:01: Weil ich denke mal gerade stell dir vor da ist jemand in den Medien und ganz unbewusst gibt diese Person einem Mädchen einer jungen Frau, einem Teenager die zu Hause in ihrer Wohnung sitzt und vielleicht eine draußen auf Kraft...

00:48:14: Ja richtig!

00:48:15: Und das war das also Das ist die Filme, so wie es jetzt mit der Romie Schneider sind, glaube ich, gar nicht auswendig.

00:48:21: Weil ich sie wirklich eingesaugt habe und ich glaube, ich weiß jede einzelne Rubrik auch.

00:48:29: Wenn du mal nix mehr bei Rewe bist, dann gehst

00:48:30: du

00:48:30: erst ins Theater!

00:48:32: Ja genau aber ja das war für mich schon und ich glaub's, dass ist sie immer noch.

00:48:37: Also sie hat mich schon sehr geprägt.

00:48:39: Wie schön.

00:48:41: Sabine hast Du auch Herausforderungen wenn es ums Thema Sichtbarkeit geht?

00:48:46: Ja, also natürlich habe ich Herausforderungen.

00:48:49: Ich traue mich oft zu wenig zu was die Sichtbarkeit betrifft.

00:48:55: Man ist auch so dass man einfach sagt wenn man Lob und Anerkennung bekommt es will jeder.

00:49:00: aber natürlich ist das erste was man sagt ah na das wäre nicht nötig gewesen

00:49:06: ja

00:49:08: und dann weil sie verlegen wird ja und ich denke mir dann echt so oft man wie blöd bist du eigentlich.

00:49:15: Warum sage ich das?

00:49:17: Ja, und das ist glaube ich schon ein Thema was man lernen muss.

00:49:21: Und ich glaub da ist fast keiner von uns ausgenommen.

00:49:25: Das kann ich hundert Prozent unterschreiben.

00:49:27: Es

00:49:27: sei jetzt im privaten oder im beruflichen.

00:49:30: Man entschuldigt sich ja fast wenn man ein Kompliment kriegt.

00:49:32: Genau!

00:49:33: Und das brauchen wir nicht bitte.

00:49:36: Nein!

00:49:37: Seid auch froh wenn es gesehen wird.

00:49:41: Aber ich glaube

00:49:42: dass Und stell dir vor, ich habe mir hervorgenommen dass sich nicht mehr sage ja das ist wegen dem und dem oder die und die haben ja Kolfen oder überhaupt.

00:49:49: Dann denke ich mir jetzt sagst du einfach danke und dann mache ich das und danach fühle ich mich schlicht!

00:49:54: Dass ich mir denk wie schaut denn das jetzt aus?

00:49:57: Was glauben denn die, die denken ihr zu bis voll von dir so

00:50:00: überzeugt und... Ja und das ist ja auch das wir gehen viel zu viele in die Kranken der anderen was sie denken über uns.

00:50:08: Ich muss schon sagen ich hab schon gelernt es ist mir egal Was andere über mich denken.

00:50:13: Weil wenn ich einen guten Job mache, warum darf ich nicht das Lob bekommen oder die Anerkennung?

00:50:20: Warum soll ich das abschmettern?

00:50:22: Nein!

00:50:23: Aber ja, das muss man lernen, aber es gibt halt einfach so viele, die dann sagen, die ist überheblich und das finde auch der Schmerz extrem weil ich mir den kennt sie mich als Person.

00:50:35: Also wissen wir gar nicht ob die das denken

00:50:38: Genau.

00:50:38: Wir

00:50:38: haben nur die

00:50:38: Angst, dass du das denkst oder?

00:50:41: Wir bilden uns was ein.

00:50:42: wir freuen sind ja sehr gut in denen, dass wir uns etwas einbilden.

00:50:46: Das man mehr daraus machen als hier ist!

00:50:48: Also wie an einem mückeren Elefanten, wie man so schön sagt, das können wir perfekt, wir freuen.

00:50:54: und ich glaube, das sollte man auch auf jeden Fall

00:50:56: sagen.

00:50:56: Da habe ich eine Aussage von meinem Mann, die hat mir zu denken gegeben, weil ich gesagt habe, da war es dir.

00:51:00: und jetzt wohl wieder sagen wenn nicht das.

00:51:01: und er gesagt glaubst du bist so wichtig, dass sie jetzt wirklich nur über dich reden.

00:51:06: Wie gesagt, stimmt eigentlich.

00:51:08: Im ersten Moment hast du gedacht was hat er jetzt gesagt?

00:51:12: Ja ich bin wichtig!

00:51:14: Im zweiten Moment hat er recht

00:51:15: ja.

00:51:16: Die haben ihr eigenes Leben und ihre eigenen Sachen.

00:51:18: Genau richtig.

00:51:19: Und

00:51:20: wir Frauen tendieren oft schon dazu drüber nachzudenken über das was andere tun wahrscheinlich weniger wie

00:51:26: Männer.

00:51:27: Das stimmt

00:51:27: ja.

00:51:27: Zumindest in vielen Fällen Und wahrscheinlich

00:51:30: sind wir frei.

00:51:30: Deshalb ist es so zivil, was andere denken und sagen.

00:51:33: Schau mal wie oft überlegt eine Frau – ich glaube da kann man für jede Frau reden?

00:51:36: Kann ich das tun?

00:51:38: Kann nicht das anziehen?

00:51:41: Das sind oft so Kleinigkeiten wo ich mir denke wenn du dich wohlfühlst ja kannst du!

00:51:45: Wer fast ein schönes Schlusswort aber ich möchte dir trotzdem die Chance geben noch einen... Schlusssatz, Schlusswort da draußen zu platzieren für unsere lieben Kolleginnen.

00:51:55: Für

00:51:55: unsere liebenden Mitfrauen aber es darf natürlich ja gerne was für Männer sein weil wir wünschen uns das hier auch viele Männer zuhören!

00:52:03: Ja was kann ich mitgeben?

00:52:04: also ich glaube lasst euch wirklich nie entmutigen.

00:52:08: wirklich aufstehen ohne richten.

00:52:11: Es gibt immer einen Ausweg und es geht immer weiter.

00:52:14: Auch wenn sich eine Tür schließt, es öffnet sich eine andere auch wenn man sie nicht wahrhaben will.

00:52:19: oder wenn man vielleicht sagt jetzt gehe ich auf schwere Zeit durch machts es, es lohnt sich ja!

00:52:24: Es kommen bessere Zeiten und ich glaube das kann jeder Frau oder jeden Mann mit auf den Weg gehen.

00:52:31: Traut euch

00:52:32: Wie schön!

00:52:33: Vielen herzlichen Dank, das war eine

00:52:35: wunderbare

00:52:35: Folge.

00:52:35: Die Zeit ist mal wieder geflogen.

00:52:37: Ja.

00:52:38: Schön dass wir gesprochen haben und danke für deine Offenheit, für deine Ehrlichkeit, den Mut, den du da machen kannst.

00:52:42: Danke für dein Gespräch.

00:52:46: Wenn Du mehr Lust hast auf Let's Get Visible und unsere wunderbare Community dann notier Dir folgende Termine Der zwanzigste November zweitausendsechsundzwanzig an diesem Tag wird das große Let's Get Visible Festival im Linser-Brucknerhaus mit tausend Fünfhundert Frauen stattfinden.

00:53:03: Dazu gibt es jetzt schon das Early Bird Ticket!

00:53:06: Dann reserviert euch schon mal der jährliche Let's get visible Female Brunch, der findet am achzehnten Juni von neun bis zwölf Uhr treißig in oder um Linz statt.

00:53:16: die Location wird noch bekannt gegeben.

00:53:19: Das Motto Zeig dich mit deiner Geschichte.

00:53:23: Du hast die Möglichkeit, in einem kurzen Live-Interviews den Frauen im Publikum Mut zuzusprechen – Mit Deiner Geschichte!

00:53:32: Sei dabei und zeig Dich auf unserer Bühne Und möchtest du etwas für deine Sichtbarkeit auf Instagram tun?

00:53:40: So gibt es den Instagram Kurs nun online auf unserer Webseite stöbereaufkarolinane.com.

00:53:47: & let's get visible RT.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.